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Ilmbrücke Mellingen wird mit Brückenuntersichtgerät inspiziert

Bauwerksprüfung und Bauwerksüberwachung

Wie alle technischen Produkte, so unterliegen auch Ingenieurbauwerke wie Brücken, Tunnel, Stützwände, Hang- und Felssicherungen, Lärmschutzwände und Verkehrszeichenbrücken je nach Baustoff und Bauart im Verlauf ihrer Nutzungszeit von bis zu 130 Jahren verschiedenen Verschleißeinflüssen. Die Entwicklung des Verkehrsaufkommens mit ständig steigenden Lasten, Umwelteinflüsse und die Weiterentwicklung der Standards für die Sicherheit (nutzbare Breiten, Fahrkomfort, Sicherheitsstandard der Absturzsicherung, Lärmschutz, Umweltstandards für Wild- und Amphibienschutz) erfordern zudem regelmäßige Instandsetzungen und die Modernisierung der Bauwerke. Um die Sicherheit der Ingenieurbauwerke, ihre Leistungsfähigkeit und den Erhaltungsbedarf beurteilen zu können, werden alle Ingenieurbauwerke regelmäßig geprüft.

 

 

Die Bauwerksprüfung erfolgt durch speziell ausgebildete Bauwerksprüfingenieure und Prüftechniker mit langjähriger Erfahrung im Ingenieurbau nach einem deutschlandweit einheitlichen Verfahren, bei dem alle Bauteile hinsichtlich der Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke beurteilt und bewertet werden. Im Verlauf der Prüfungen wird durch ein komplexes, computergestütztes Bewertungsverfahren für jedes Bauwerk eine Zustandsnote berechnet.

Diese Zustandsnoten reichen von sehr gut bis ungenügend:

  • sehr guter Zustand = 1,0 - 1,4
  • guter Zustand = 1,5 - 1,9
  • befriedigender Zustand = 2,0 - 2,4
  • ausreichender Zustand = 2,5 - 2,9
  • nicht ausreichender Zustand = 3,0 - 3,4
  • ungenügender Zustand = 3,5 - 4,0

Bei tragfähigkeitsbeeinflussenden Schäden erfolgt zusätzlich eine statische Beurteilung und Neuberechnung der Tragfähigkeit der Bauwerke. Die Zustandsbeurteilung und die Tragfähigkeitsberechnungen gestatten im Rahmen einer Risiko- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung die Priorisierung kurzfristiger, mittelfristiger oder langfristiger Instandsetzungen/Erneuerungen, Modernisierungen und Verstärkungen der Bauwerke.

Da die Prüfung der Bauwerke nach drei und sechs Jahren regelmäßig wiederkehrend erfolgt und die Ergebnisse in der Bauwerksdatenbank gespeichert werden, können Verkehrsentwicklung und Schadensentwicklungen stets aktuell berücksichtigt und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden.

Beim Eintreten des ungünstigen Falles, dass entweder die Verkehrssicherheit der Straßennutzer oder die Standsicherheit der Ingenieurbauwerke nicht mehr mit den Vorgaben übereinstimmt, wird überwiegend eine Beschränkung der Geschwindigkeit (Geschwindigkeitsbeschilderung), eine Beschränkung der zulässigen Tonnage (Tragfähigkeitsbeschilderung) oder eine Sperrung von gefährdeten Bereichen vorgenommen.

Zur weiteren Überwachung der Anlagen erfolgen jährliche Kontrollen im Zuge des Betriebsdienstes (Streckenkontrolle) als Bauwerksbesichtigung und -überwachung. Damit ist ein Eingreifen beim Feststellen von Defiziten an den baulichen Anlagen zusätzlich gewährleistet.

Einsatz Brückenuntersichtgerät an einer Stützwand im Schwarzatal
Einsatz Brückenuntersichtgerät an einer Stützwand im Schwarzatal

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