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Hochschulbau

Friedrich-Schiller-Universität Jena Statische Gebäudesicherung Inspektorhaus

Fürstengraben 26,  07743 Jena | 

Ansicht Nord
Ansicht Nord
Bauwerksart

Institutsgebäude der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät,

Goethe-Gedenkstätte

Nutzfläche

522,14 m²

Gesamtbaukosten

4.305.512,00 € 

Architekten

Objektplanung- Gebäude, Innenräume und Freianlagen: ABML architekten GmbH

Tragwerksplanung: Ingenieurbüro für Baustatik Dipl.-Ing. Uwe John

Holzschutztechnische Untersuchung und Bauhistorische Dokumentation: Scherf-Bolze-Ludwig, Büro für Bauforschung

Schallschutz und Thermische Bauphysik: BBS Ingenieurbüro

Technische Ausrüstung (HLS, Gebäudeautomation): i.B.b Jena Beratung + Planung GmbH

Technische Ausrüstung (Stark- und Schwachstrom): Autotec GmbH Jena

 
Baubeschreibung

Das Inspektorhaus des Botanischen Gartens wurde auf Anregung des Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe 1825 bis 1827 nach Plänen des Großherzoglichen Oberbaudirektors Clemens Wenzelslaus Goudray in Fachbauweise errichtet. Das Haupthaus hat einen Gewölbekeller.

1945 wurden Teile des Inspektorhauses bei einem Bombenangriff zerstört.

Das äußere Erscheinungsbild war maßgeblich von den Sanierungsmaßnahmen nach 1946 und den Erhaltungsmaßnahmen der 1990er Jahre geprägt.

Bei der Maßnahme handelt es sich um eine Sanierung im Bestand mit der Wiederherstellung der Nutzbarkeit.

Nach Abschluss der Arbeiten wird die Biologisch-Pharmazeutische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität wieder Hauptnutzer des Gebäudeensembles. Die Goethe-Gedenkstätte, welche sich seit 1965 im Erdgeschoss des Haupthauses befindet, wird in drei Räumen eine neue Ausstellung präsentieren.

Das Inspektorhaus des Botanischen Gartens, Hofanlage wurde durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie aus geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Gründen als Kulturdenkmal eingestuft und 2004 in das Denkmalbuch des Freistaates eingetragen. Darüber hinaus ist es Bestandteil des Denkmalensembles „Botanischer Garten“ Jena.

Anlass der Baumaßnahme war das Auftreten von Rissen innerhalb des Gebäudes, welche mit Veränderungen der Gebäudestatik in Verbindung standen.

Für die notwendigen Arbeiten wurden neben einer bauhistorischen Begleitung umfangreiche Untersuchungen der Bausubstanz erforderlich.

Infolge festgestellter erheblicher Schäden mussten zusätzliche Rückbauten -teilweise bis auf die Tragkonstruktion- und umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Der Ansatz sah gemäß der denkmalpflegerischen Zielstellung den größtmöglichen Erhalt der historischen Bausubstanz vor.

Im Hauptgebäude wurde die Gründung mittels Mikrobohrpfählen verstärkt, Deckenbalken mittels Polymerverguss ertüchtigt.

Neben statisch konstruktiven Eingriffen werden unter Beachtung der geplanten intensiven Nutzung des Gebäudeensembles wärme- und schallschutztechnische Maßnahmen erforderlich.

Im Ergebnis der Freilegung der Fassaden und bauphysikalischer Berechnungen ist eine Kombination aus Außen- und Innendämmung der Außenwände möglich.

Die Farbgebung erfolgt in Anlehnung an klassizistische Vorgaben und Befunduntersuchungen, die Wiederherstellung der Dachlandschaft in Anlehnung an den historischen Bestand als Doppeldeckung in Kombination mit den wiederherzustellenden Schiefergraden.

Fensterläden werden kassettiert und einseitig angeschlagen, Türen aufgearbeitet und bei maßgeblichen Änderungen historisch detailgetreu nachgebaut und mit Falzdichtungen versehen.

Zur Gewährleistung des baulichen Brandschutzes wurde ein Brandschutzkonzept erstellt und mit dem Nutzer abgestimmt.

Im Objekt wird die Heizungsanlage sowie der Küchen- und Sanitärbereich neu installiert. In  Teilbereichen werden Raumluftanlagen vorgesehen. Die Elektroinstallation wird erneuert.

 

Erfurt 11.12.2020

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